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Kirchen

Zwei Türme – Zwei Kirchen - Eine Gemeinde​

Ganz so ausgewogen, wie die Überschrift das heutige gemeindliche Kirchenleben beschreibt, war das konfessionelle Zusammenleben seit dem Mittelalter bis zur Neuzeit nach dem Ersten Weltkrieg doch nicht. Es gab, wie überall in Europa, auch in Dickenschied eine ebenso wechselvolle wie auch interessante Kirchengeschichte.

Nach der Reformation 1563 war Dickenschied, neben Kirchberg, Gemünden und Ravengiersburg, zunächst evangelisch-lutherisch. Während des Dreißigjährigen Krieges wechselten, je nach Herrschaft (Spanier, Schweden), die Konfessionen. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die heutige katholische Kirche bis 1912 simultan geführt. Mit der Fertigstellung der evangelischen Kirche im Jahre 1918 (verzögert durch den Ersten Weltkrieg) gibt es in Dickenschied zwei Kirchen

(Dickenschieder Chronik, Band 1.)

Paul Schneider – Gedenkstätte auf dem Friedhof der Gemeinde

Die Kirchengeschichte von Dickenschied wurde auch durch die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten überschattet. Der Dickenschieder Pfarrer Paul Schneider wurde am 18. Juli 1939 im Konzentrationslager Buchenwald von den Nazis ermordet. Am Tag seiner Beisetzung, am 21.07.1939, auf dem Dickenschieder Friedhof demonstrierten hunderte Trauergäste aus ganz Deutschland mit dem Dorf ihre Verbundenheit.

Anlässlich seines 75. Todestages hat die Ortsgemeinde zum Gedenken an Paul Schneider und seine Ehefrau Margarete, die das Vermächtnis ihres Mannes bis zu ihrem Tod weitergegeben hat, eine Gedenkstätte auf dem Friedhof erstellt.

An 17 Wegmarken werden die wichtigsten Stationen von Paul und Margarete Schneider belegt.

Leitgedanke der Gedenkstätte ist: „Die Zeitzeugen werden weniger, die Gedenksteine müssen uns wachhalten!“

Alljährlich wird am 18. Juli an Paul und Margarete gedacht.